Erdungswiderstand messen
Der Erdungswiderstand wird mit einem Erdungsmessgerät gemessen, meist nach der Drei-Leiter-Methode mit Hilfserder und Sonde im Boden. Im TT-System gilt RA × IΔn ≤ 50 V, mit 30-mA-FI also höchstens 1.666 Ω; praktisch strebt man deutlich weniger an. Für Blitzschutzanlagen werden 10 Ω empfohlen.
Höchster Erdungswiderstand im TT-System
| Bemessungsfehlerstrom des FI (IΔn) | RA höchstens (50 V ÷ IΔn) |
|---|---|
| 30 mA | 1.666 Ω |
| 100 mA | 500 Ω |
| 300 mA | 166 Ω |
| 500 mA | 100 Ω |
Messverfahren
| Verfahren | Vorgehen | Wann |
|---|---|---|
| Drei-Leiter-Methode (Sondenverfahren) | Erder auftrennen, Hilfserder 20–40 m entfernt, Sonde bei etwa 62 % des Abstands | Standard bei Errichtung |
| Vier-Leiter-Methode | wie oben, Messleitungswiderstand wird herausgerechnet | sehr kleine Erdungswiderstände |
| Selektive Messung mit Stromzange | Zange um die Erdungsleitung, Erder bleibt verbunden | mehrere parallele Erder, Wiederholungsprüfung |
| Schleifenimpedanz L–PE | Installationstester an der Steckdose | Näherung im TT-System |
Messung nur durch Elektrofachkraft; Grenzwerte nach DIN VDE 0100-410 und DIN EN 62305-3, Werte aus dem Tabellenbuch prüfen.
Grundlagen: Fundamenterder, Netzformen TN und TT, Blitzschutz, Schleifenimpedanz, Isolationsmessung.
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Häufige Fragen
Welcher Erdungswiderstand ist zulässig?
Im TT-System muss der Erdungswiderstand RA so klein sein, dass bei Auslösung des FI keine höhere Berührungsspannung als 50 V auftritt: RA × IΔn ≤ 50 V. Mit 30-mA-FI wären das rechnerisch bis 1.666 Ω; praktisch strebt man deutlich kleinere Werte an, weil der Boden je nach Jahreszeit trockener wird. Für Blitzschutzerder werden 10 Ω empfohlen.
Wie misst man den Erdungswiderstand?
Klassisch mit der Drei-Leiter-Methode: Der Erder wird von der Anlage getrennt, ein Hilfserder etwa 20–40 m entfernt eingeschlagen, eine Sonde dazwischen bei etwa 62 % des Abstands. Das Erdungsmessgerät speist einen Strom ein und misst die Spannung zur Sonde. Ohne Auftrennen funktioniert die selektive Messung mit Stromzange.
Muss ich im TN-System den Erder messen?
Im TN-System übernimmt der Netzbetreiber die Erdung des Netzes. Im Haus wird der Fundament- oder Ringerder trotzdem bei der Errichtung geprüft und dokumentiert; entscheidend für den Schutz ist dort die Schleifenimpedanz.
Kann ich den Erder mit einem Multimeter messen?
Nein. Ein Erdungswiderstand wird mit Wechselstrom und Hilfserdern gemessen, damit galvanische Spannungen im Boden das Ergebnis nicht verfälschen. Dafür gibt es Erdungsmessgeräte oder Installationstester mit Erdungsmessfunktion.