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Fundamenterder

Der Fundamenterder ist die Erdungsanlage eines Neubaus: ein geschlossener Ring aus Stahl im Beton des Fundaments, der über eine Anschlussfahne mit der Haupterdungsschiene verbunden ist. Bei gedämmtem Fundament kommt ein Ringerder aus Edelstahl V4A außen ins Erdreich.

Schnitt durch ein Fundament mit Funktionspotentialausgleichsleiter, Ringerder und Anschlussfahne
Ringerder außen bei Perimeterdämmung, Funktionspotentialausgleichsleiter im Beton

Fundamenterder oder Ringerder?

FundamentErderMaterial
ohne Dämmung, normaler BetonFundamenterder im BetonBandstahl 30 × 3,5 mm oder Rundstahl ≥ 10 mm
Perimeterdämmung unten oder seitlichRingerder im Erdreich + Funktionspotentialausgleichsleiter im BetonRingerder Edelstahl V4A (1.4571)
wasserundurchlässiger Beton (weiße Wanne)Ringerder im Erdreich + Funktionspotentialausgleichsleiter im BetonRingerder Edelstahl V4A (1.4571)
Altbau ohne ErderTiefenerder oder Ringerder nachrüstenEdelstahl oder verzinkter Stahl je nach Boden

Material: Erdung und Blitzschutz, Tiefenerder, Potentialausgleichsschiene. Zusammenhang mit TN- und TT-Netz: Netzformen. Planung, Verlegung und Prüfung durch eine Elektrofachkraft.

Häufige Fragen

Ist ein Fundamenterder Pflicht?

Ja, in jedem Neubau. DIN 18014 beschreibt die Ausführung, die technischen Anschlussbedingungen der Netzbetreiber verlangen sie. Der Fundamenterder ist die Erdungsanlage für Schutzleiter, Potentialausgleich und, falls vorhanden, Blitzschutz.

Was ist der Unterschied zwischen Fundamenterder und Ringerder?

Der Fundamenterder liegt im Beton der Bodenplatte oder des Streifenfundaments. Ist das Fundament nach außen gedämmt (Perimeterdämmung) oder aus wasserundurchlässigem Beton, hat der Stahl im Beton keinen ausreichenden Kontakt zum Erdreich. Dann kommt ein Ringerder aus Edelstahl V4A außen ins Erdreich, und im Beton liegt nur noch ein Funktionspotentialausgleichsleiter.

Welches Material für den Fundamenterder?

Im Beton Bandstahl (z. B. 30 × 3,5 mm) oder Rundstahl ab 10 mm Durchmesser, verzinkt oder blank. Im Erdreich nur Edelstahl V4A (Werkstoff 1.4571), weil verzinkter Stahl dort korrodiert. Auswahl: Erdungsband.

Wie wird der Fundamenterder verlegt?

Als geschlossener Ring in den Außenfundamenten, bei großen Gebäuden zusätzlich mit Querverbindungen, sodass Maschen von höchstens 20 × 20 m entstehen. Er liegt allseitig mindestens 5 cm im Beton, wird mit Abstandhaltern fixiert und alle 2 m mit der Bewehrung verbunden.

Wo kommt die Anschlussfahne hin?

In den Hausanschlussraum zur Haupterdungsschiene, mindestens 1,5 m lang ab Austritt aus Wand oder Boden. Weitere Anschlussfahnen gibt es für Blitzschutz-Ableitungen und Aufzüge. Fahnen aus dem Beton ins Erdreich oder in feuchte Bereiche sind aus Edelstahl V4A oder kunststoffummantelt.

Was tun im Altbau ohne Fundamenterder?

Der Elektroinstallateur kann einen Tiefenerder (Staberder) oder Ringerder nachrüsten und ihn an die Haupterdungsschiene anschließen. Wie gut der Erder ist, zeigt eine Messung des Erdungswiderstands.

Wer prüft den Fundamenterder?

Eine Elektrofachkraft oder Blitzschutzfachkraft prüft vor dem Betonieren Verlegung und Verbindungen, misst die Durchgängigkeit und dokumentiert alles mit Fotos und Plan. Ohne diese Dokumentation lässt sich der Erder später kaum noch beurteilen.