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Schlitze fräsen für Elektroleitungen

Schlitze für Leitungen verlaufen senkrecht oder waagerecht in den Installationszonen. In tragenden Wänden sind senkrechte Schlitze ohne Statiker je nach Wanddicke 10 bis 30 mm tief erlaubt, waagerechte nur sehr eingeschränkt. Gefräst wird mit einer Mauernutfräse mit Absaugung.

Vorher prüfen

Senkrechte Schlitze ohne statischen Nachweis

Wanddicke (mm)max. Tiefe (mm)max. Breite je Schlitz (mm)
115–14910100
150–17420100
175–19930100
200–23930125
240–29930150
300–36430200
ab 36530200

Nachträglich hergestellte Schlitze. Abstand zu Öffnungen mindestens 115 mm; die Gesamtbreite aller Schlitze ist je 2 m Wandlänge begrenzt. Bis 1 m über dem Fußboden dürfen Schlitze in Wänden ab 240 mm bis 80 mm tief und 120 mm breit sein.

Waagerechte und schräge Schlitze ohne statischen Nachweis

Wanddicke (mm)max. Tiefe, unbegrenzte Länge (mm)max. Tiefe, Länge bis 1,25 m (mm)
115–174nicht zulässignicht zulässig (ab 150 mm: 0)
175–239025
240–2991525
ab 3002030

Nur einseitig und nur höchstens 0,4 m ober- oder unterhalb der Rohdecke, nicht bei Langlochziegeln. Kurze Schlitze mindestens 490 mm von Öffnungen entfernt, zum nächsten Schlitz mindestens die doppelte Schlitzlänge. Mit Werkzeugen, die die Tiefe genau einhalten (Mauernutfräse), darf die Tiefe um 10 mm größer sein.

Quelle: DIN EN 1996-1-1/NA, Tabellen NA.19 und NA.20, wiedergegeben im Merkblatt „Schlitze und Aussparungen“ der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM). Maßgeblich ist die Norm; bei Abweichungen oder stark belasteten Wänden entscheidet der Statiker.

So wird gefräst

  1. Leitungsweg mit Wasserwaage und Bleistift anzeichnen, Breite nach Leitung oder Leerrohr wählen.
  2. Mauernutfräse auf Tiefe einstellen, Industriesauger (Staubklasse M) anschließen, FFP2-/FFP3-Maske und Schutzbrille tragen.
  3. Schlitz in einem Zug fräsen, den Steg mit Meißel oder Stemmhammer ausbrechen.
  4. Für Dosen eine Dosensenker-Bohrkrone verwenden: Unterputzdosen setzen.
  5. Leitung einlegen, mit Gips fixieren und den Schlitz verschließen.

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Häufige Fragen

Wie tief darf man Schlitze für Elektroleitungen fräsen?

In tragenden Wänden senkrecht höchstens 10 bis 30 mm, je nach Wanddicke, ohne statischen Nachweis (DIN EN 1996-1-1/NA). Für eine NYM-J 3x1,5 mit rund 9 mm Durchmesser reicht ein Schlitz von 15 bis 20 mm. In nichttragenden Wänden gelten diese Grenzen nicht, die Wand darf aber nicht durchbrochen werden.

Darf man waagerechte Schlitze fräsen?

In tragenden Wänden nur sehr eingeschränkt: einseitig, höchstens 0,4 m unter der Decke oder über dem Fußboden und erst ab 175 mm Wanddicke. In vielen Wänden ist ein waagerechter Schlitz ohne Statiker gar nicht zulässig. Waagerechte Leitungswege legt man daher in die Installationszonen und kurz unter die Decke.

Welches Werkzeug zum Schlitze fräsen?

Eine Mauernutfräse mit zwei parallelen Trennscheiben und Absaugung fräst zwei Schnitte in einstellbarer Tiefe; der Steg dazwischen wird mit einem Meißel ausgebrochen. Mit tiefengenauen Geräten erlaubt die Norm in vielen Fällen 10 mm mehr Tiefe als mit Hammer und Meißel. Auswahl: Mauernutfräse.

Schlitze fräsen mit dem Winkelschleifer?

Möglich, aber staubig und ungenau: zwei Schnitte mit einer Diamantscheibe, Steg herausstemmen. Ohne Absaugung entsteht Quarzstaub, der die Lunge schädigt; Atemschutz FFP2 oder besser FFP3 ist Pflicht. Für mehr als ein paar Meter lohnt sich eine Mauernutfräse.

Wie viel kostet Schlitze fräsen lassen?

Elektro- und Trockenbaubetriebe rechnen meist nach laufendem Meter ab. Der Preis hängt vor allem vom Mauerwerk (Beton ist deutlich aufwendiger als Ziegel oder Porenbeton), der Staubschutzpflicht und dem Zugipsen ab. Eine Mauernutfräse lässt sich in Baumärkten auch tageweise mieten.

Wie verschließe ich den Schlitz?

Leitung oder Leerrohr mit Gipsbatzen fixieren, den Schlitz mit Gips oder Ansetzbinder füllen und bündig abziehen, danach verputzen oder spachteln. Vorher Leitungswege fotografieren. Mehr: Kabel unter Putz verlegen.

Anschluss und Inbetriebnahme der Leitungen nur durch eine Elektrofachkraft.