Photovoltaik-Inselanlage
Eine Inselanlage versorgt Verbraucher mit Solarstrom ohne Verbindung zum Stromnetz: Solarmodule laden über einen Laderegler eine Batterie, ein Inselwechselrichter macht daraus 230 V. Typisch für Gartenhaus, Wohnmobil, Hütte und Boot. Ohne Netzverbindung ist keine Anmeldung nötig.
Bestandteile
| Teil | Aufgabe und Auswahl |
|---|---|
| Solarmodule | Erzeugen Gleichstrom. Größe nach Verbrauch und Jahreszeit: im Winter liefern Module in Deutschland nur einen Bruchteil des Sommerertrags. |
| Laderegler (MPPT oder PWM) | Lädt die Batterie und schützt sie vor Über- und Tiefentladung. MPPT holt 10–30 % mehr aus den Modulen und erlaubt höhere Modulspannungen; PWM nur für kleine 12-V-Anlagen. |
| Batterie | Speichert die Energie für Nacht und trübe Tage. LiFePO4 mit 12,8, 25,6 oder 51,2 V hat die meisten Zyklen; Bleiakkus (AGM, Gel) sind günstiger, vertragen aber kaum Tiefentladung. |
| Inselwechselrichter | Macht aus der Batteriespannung 230 V Wechselstrom. Reiner Sinus für empfindliche Geräte und Motoren; Dauerleistung nach dem größten Verbraucher, Spitzenleistung für Anlaufströme. |
| Sicherungen und Leitungen | Gleichstromsicherungen zwischen Batterie, Laderegler und Wechselrichter; kurze, dicke Leitungen wegen hoher Ströme bei niedriger Spannung (Spannungsfall beachten). |
Weiter: Akku-Typen (LiFePO4, AGM, Gel), Ah in Wh umrechnen, Spannungsfall, Solarkabel, MC4-Stecker, PV-Rechner, Notstrom-Umschalter.
Häufige Fragen
Was ist eine PV-Inselanlage?
Eine Photovoltaikanlage ohne Verbindung zum öffentlichen Stromnetz: Module, Laderegler, Batterie und Wechselrichter versorgen Gartenhaus, Wohnmobil, Boot, Hütte oder Weidezaun autark. Überschüsse werden nicht eingespeist, sondern gehen verloren, wenn die Batterie voll ist.
Muss eine Inselanlage angemeldet werden?
Eine reine Inselanlage ohne jede Verbindung zum Hausnetz muss weder beim Netzbetreiber noch im Marktstammdatenregister angemeldet werden. Sobald sie über einen Umschalter oder Hybridwechselrichter mit der Hausinstallation verbunden ist, gelten die Regeln für Netzanlagen bzw. Ersatzstrom; das ist Arbeit für eine Elektrofachkraft.
12, 24 oder 48 Volt?
12 V für kleine Anlagen bis etwa 1 kW Wechselrichterleistung (Wohnmobil, Gartenhaus), 24 V bis rund 3 kW, 48 V für größere Anlagen. Höhere Spannung bedeutet kleinere Ströme, dünnere Leitungen und weniger Verluste.
Wie groß muss die Batterie sein?
Tagesverbrauch in Wh mal Anzahl der Tage ohne Sonne, geteilt durch die nutzbare Entladetiefe (LiFePO4 etwa 0,9, Blei etwa 0,5). Beispiel: 1.000 Wh pro Tag, 2 Tage Reserve, LiFePO4: rund 2.200 Wh, also eine 12,8-V-Batterie mit etwa 170 Ah. Umrechnen: mAh/Ah in Wh.
Wie viel Modulleistung brauche ich?
Als grober Richtwert im Sommer: Tagesverbrauch in Wh geteilt durch 4–5 Volllaststunden; im Winter geteilt durch etwa 1. Wer ganzjährig autark sein will, braucht deutlich mehr Module oder eine zweite Energiequelle (Generator).