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SLS-Schalter: Funktion, Größe und Pflicht

Der SLS-Schalter ist ein selektiver Hauptleitungsschutzschalter vor dem Zähler. Er schützt die Hauptleitung, ersetzt die früheren Schmelzsicherungen und schaltet bei einem Fehler im Endstromkreis nicht mit ab, sondern lässt den Leitungsschutzschalter dort auslösen. Im Einfamilienhaus sind 35 bis 63 A üblich; die Größe gibt der Netzbetreiber vor.

Wo sitzt der SLS-Schalter?

Im netzseitigen Anschlussraum des Zählerplatzes, also zwischen Hausanschluss und Zähler, plombierbar abgedeckt. Dahinter folgen Zähler, Hauptschalter im anlagenseitigen Anschlussraum und die Verteilung mit FI- und Leitungsschutzschaltern. Aufbau und Verdrahtung: Zählerschrank-Verdrahtung, Regeln: Vorschriften.

SLS oder Leitungsschutzschalter?

SLS-SchalterLeitungsschutzschalter
Einbauortvor dem ZählerVerteilung, je Stromkreis
SchütztHauptleitungLeitung eines Stromkreises
CharakteristikE (selektiv)B, C, D
Typische Größe35–63 A, 3-polig10–32 A, 1- bis 3-polig
Kurzschluss im Stromkreisbleibt eingeschaltetlöst aus

Mehr zu den Automaten in der Verteilung: Leitungsschutzschalter.

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Häufige Fragen

Was ist ein SLS-Schalter?

Ein selektiver Hauptleitungsschutzschalter (SLS, auch SH-Schalter). Er sitzt im Zählerschrank vor dem Zähler, schützt die Hauptleitung und ersetzt die früheren Schraub- oder NH-Sicherungen. Bei einem Kurzschluss in einem Endstromkreis wartet er, bis der Leitungsschutzschalter dort abgeschaltet hat – so bleibt der Rest des Hauses versorgt.

Was macht ein SLS-Schalter?

Er begrenzt den Strom über die Hauptleitung und schaltet bei Überlast oder Kurzschluss ab. Über einen Strompfad mit Begrenzer bleibt er bei Fehlern im Stromkreis kurz zugeschaltet (Selektivität) und löst nur aus, wenn der Fehler im Hauptstromkreis liegt oder der nachgeschaltete Automat nicht abschaltet. Zusätzlich dient er als Trennschalter für den Zählerwechsel.

Welchen SLS-Schalter brauche ich?

Die Größe richtet sich nach Hauptleitung, Hausanschlusssicherung und Leistungsbedarf; im Einfamilienhaus sind 35 A, 50 A oder 63 A üblich, mit elektrischer Warmwasserbereitung oder Wärmepumpe eher 50 bis 63 A. Charakteristik E für Hauptleitungen, dreipolig. Welche Werte zulässig sind, legen die Technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers fest.

Ist ein SLS-Schalter Pflicht?

Für neue Zählerplätze nach VDE-AR-N 4100 im netzseitigen Anschlussraum ja; die meisten Netzbetreiber schreiben ihn in ihren TAB vor. Bestehende Anlagen mit Schmelzsicherungen müssen nicht umgerüstet werden, bei einem neuen Zählerschrank kommt er automatisch.

Wann löst ein SLS-Schalter aus?

Bei Überlast der Hauptleitung (thermisch, verzögert) und bei einem Kurzschluss, den nachgeschaltete Leitungsschutzschalter nicht schnell genug klären. Löst er häufig aus, ist meist die Leistung zu hoch – etwa Durchlauferhitzer, Wallbox und Herd gleichzeitig – oder er ist zu klein bemessen.

Wer darf einen ausgelösten SLS-Schalter einschalten?

Der Schaltknebel ist auch bei plombierter Abdeckung meist zugänglich und darf vom Kunden wieder eingeschaltet werden. Löst er erneut aus, eine Elektrofachkraft rufen; Plomben dürfen nur Netzbetreiber und eingetragene Installateure öffnen.

Einbau und Tausch im netzseitigen Anschlussraum nur durch einen beim Netzbetreiber eingetragenen Installateur.