Brandschutzschalter: Pflicht und Funktion
Ein Brandschutzschalter (AFDD) erkennt gefährliche Störlichtbögen an beschädigten Leitungen und losen Klemmen und schaltet ab, bevor ein Brand entsteht. Pflicht ist er nach DIN VDE 0100-420 nur in bestimmten Bereichen wie Schlafräumen von Kitas und Pflegeheimen; in normalen Wohnungen ist er empfohlen, ab 104,99 € je Stromkreis.
Wo ist ein Brandschutzschalter Pflicht?
- Räume zum Schlafen in Kindertagesstätten, Kinderheimen, Senioren- und Pflegeheimen, Behinderteneinrichtungen
- barrierefreie Nutzungseinheiten nach DIN 18040-2 mit erhöhten Anforderungen (Rollstuhlnutzung)
- feuergefährdete Betriebsstätten, etwa Scheunen, Holzverarbeitung, Lager mit brennbaren Stoffen
- Räume aus überwiegend brennbaren Baustoffen, z. B. Holzbauten (je nach Fassung und Nutzung)
- Gebäude mit unersetzlichen Gütern wie Museen und denkmalgeschützte Gebäude
Nach DIN VDE 0100-420:2019-10 für Einphasen-Wechselstromkreise bis 16 A in neuen Anlagen und bei Erweiterungen. Bauordnungen der Länder oder Versicherer können darüber hinausgehen.
Brandschutzschalter, FI und LS: wer schützt wovor?
| Gerät | schützt vor | erkennt Störlichtbogen |
|---|---|---|
| Leitungsschutzschalter | Überlast, Kurzschluss | nein |
| FI-Schutzschalter | Fehlerstrom gegen Erde, Stromschlag | nur parallel gegen PE |
| Brandschutzschalter (AFDD) | serielle und parallele Störlichtbögen | ja |
Brandschutzschalter im Preisvergleich
| Brandschutzschalter 10 Produkte | ab 104,99 € | |
| FI/LS-Schalter 31 Produkte | ab 35,99 € | |
| Leitungsschutzschalter B16 4 Produkte | ab 4,29 € |
Häufige Fragen
Was ist ein Brandschutzschalter?
Eine Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung (AFDD, Arc Fault Detection Device). Sie erkennt die typischen Hochfrequenzmuster von Störlichtbögen – etwa an einem gequetschten Kabel, einer losen Klemme oder einem beschädigten Stecker – und schaltet den Stromkreis ab, bevor ein Brand entsteht. Leitungsschutzschalter und FI erkennen solche Fehler nicht.
Ist ein Brandschutzschalter Pflicht?
Nach DIN VDE 0100-420 (Ausgabe 2019) nur in bestimmten Bereichen, etwa Schlafräumen in Kitas und Pflegeheimen, barrierefreien Wohnungen mit erhöhten Anforderungen, feuergefährdeten Betriebsstätten und Gebäuden mit unersetzlichen Gütern. In normalen Wohnungen und Einfamilienhäusern ist er eine Empfehlung, keine Pflicht.
Wie funktioniert ein Brandschutzschalter?
Ein Mikroprozessor wertet Strom und Spannung laufend aus und unterscheidet zwischen betriebsbedingten Funken, etwa im Bürstenmotor, und gefährlichen seriellen oder parallelen Störlichtbögen. Die meisten Geräte kombinieren AFDD mit Leitungsschutzschalter, oft auch mit FI-Schutzschalter in einem Gehäuse.
Was kostet ein Brandschutzschalter?
Im Preisvergleich ab 104,99 € je Stromkreis, Kombigeräte mit FI meist mehr. Dazu kommt Platz im Verteiler: Ein AFDD mit LS ist meist 1 bis 2 TE breit.
Wo ist ein Brandschutzschalter sinnvoll?
Für Schlafzimmer und Kinderzimmer, Räume mit vielen Geräten im Standby, alte Leitungen, Holzhäuser und Dachgeschosse mit Holzkonstruktion – überall dort, wo ein Brand lange unbemerkt bleiben könnte.
Nachrüsten im Verteiler nur durch eine Elektrofachkraft.