FI-Schutzschalter: welcher Typ, wo Pflicht
Ein FI-Schutzschalter (RCD) vergleicht den hin- und zurückfließenden Strom und schaltet ab, sobald ein Teil über einen Menschen oder einen Isolationsfehler zur Erde fließt. In Wohnungen ist ein FI mit 30 mA für Steckdosen und Beleuchtung Pflicht; welcher Typ nötig ist, hängt von den angeschlossenen Geräten ab.
Typ A, F und B im Vergleich
| Typ | Erkennt | Einsatz |
|---|---|---|
| Typ A | Wechselfehlerströme und pulsierende Gleichfehlerströme | Standard für Steckdosen- und Lichtstromkreise in Wohnungen |
| Typ F | wie Typ A, zusätzlich Mischfrequenzen | Geräte mit einphasigem Frequenzumrichter, z. B. Waschmaschine, Pumpe |
| Typ B | zusätzlich glatte Gleichfehlerströme | Wallbox ohne eigene DC-Erkennung, Drehstrom-Frequenzumrichter, je nach Hersteller PV-Wechselrichter |
Ein Typ A kann bei glatten Gleichfehlerströmen über 6 mA unwirksam werden. Deshalb gehört hinter Geräte mit Leistungselektronik, die solche Ströme erzeugen, ein Typ B oder eine Gleichstromerkennung im Gerät selbst.
30 mA, 40 A, 4-polig: die Kennwerte
Der Bemessungsfehlerstrom (IΔn) gibt an, ab welchem Fehlerstrom der FI auslöst; für den Personenschutz sind es 30 mA. Der Bemessungsstrom (meist 25, 40 oder 63 A) ist der Strom, den der FI dauerhaft führen darf – er muss zur Vorsicherung passen. 2-polige FI schützen Wechselstromkreise, 4-polige Drehstromkreise oder mehrere Wechselstromkreise gemeinsam.
FI-Schalter im Preisvergleich
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Häufige Fragen
Wie schließe ich einen 2-poligen FI-Schalter an?
Die Zuleitung (L und N) kommt an die Eingangsklemmen, die abgehenden Stromkreise an die Ausgangsklemmen; welche Seite Eingang ist, steht auf dem Gerät. Entscheidend: Der Neutralleiter jedes geschützten Stromkreises muss durch denselben FI laufen und darf nicht mit anderen Stromkreisen verbunden sein, sonst löst der FI aus. Anschluss und Prüfung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft.
Kann man den FI-Schalter einfach wieder einschalten?
Ja, einmal. Fliegt er sofort wieder raus, alle Geräte des Stromkreises ausstecken und erneut einschalten; dann Gerät für Gerät wieder anschließen, bis der Verursacher gefunden ist. Löst der FI auch ohne Geräte aus, liegt der Fehler in der Installation – dann die Elektrofachkraft rufen.
Was ist der Unterschied zwischen FI- und LS-Schalter?
Der FI-Schalter schützt Menschen: Er schaltet ab, wenn Strom über einen falschen Weg zur Erde fließt. Der Leitungsschutzschalter (LS, Sicherungsautomat) schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Beide ergänzen sich; ein FI/LS-Schalter vereint beides.
Ist ein FI-Schalter gesetzlich vorgeschrieben?
Für neue und wesentlich geänderte Anlagen ja: Nach DIN VDE 0100-410 brauchen Steckdosen bis 32 A, Endstromkreise im Freien bis 32 A und Beleuchtungsstromkreise in Wohnungen einen FI mit höchstens 30 mA. Für Steckdosen im Bad gilt die FI-Pflicht schon seit 1984.
Ist ein FI-Schalter im Altbau Pflicht?
Nein, bestehende Anlagen haben Bestandsschutz – das gilt auch in Mietwohnungen. Wird ein Stromkreis neu verlegt oder wesentlich geändert, muss er nach heutigem Stand mit FI geschützt werden. Nachrüsten ist auch ohne Pflicht der wirksamste Schutz gegen Stromschlag.
Was ist der Unterschied zwischen FI und RCD?
Keiner. RCD (Residual Current Device) ist die internationale Bezeichnung für die Fehlerstromschutzeinrichtung, FI-Schalter die deutsche. RCBO bezeichnet den FI/LS-Schalter.
Muss der FI-Schalter oben oder unten angeschlossen werden?
In Deutschland wird die Einspeisung meist oben angeschlossen. Viele FI dürfen beidseitig eingespeist werden; verbindlich ist die Angabe des Herstellers auf dem Gerät.
Was kostet ein FI-Schalter?
Ein 2- oder 4-poliger FI Typ A ist ab 30,99 € zu haben, Typ B kostet ein Vielfaches. Dazu kommt der Einbau durch die Elektrofachkraft inklusive Messung.
Wer darf einen FI-Schalter einbauen?
Eine Elektrofachkraft. Nach dem Einbau müssen Auslösestrom und Auslösezeit gemessen und dokumentiert werden; das geht nur mit Prüfgerät.
Was ist der Unterschied zwischen FI-Schalter Typ A und Typ B?
Typ A erkennt Wechselfehlerströme und pulsierende Gleichfehlerströme. Typ B erkennt zusätzlich glatte Gleichfehlerströme, wie sie Frequenzumrichter, manche PV-Wechselrichter oder Ladegeräte für E-Autos erzeugen. Ein Typ A kann bei glatten Gleichfehlerströmen über 6 mA unwirksam werden.
Welcher FI-Schalter für die Wallbox?
Ladepunkte brauchen einen eigenen FI mit 30 mA und eine Erkennung glatter Gleichfehlerströme ab 6 mA. Viele Wallboxen haben diese DC-Erkennung eingebaut, dann reicht ein Typ A; sonst ist ein Typ B nötig. Maßgeblich sind die Herstellerangaben der Wallbox.
Sind 2 FI-Schalter Pflicht?
DIN VDE 0100-410 schreibt keine Anzahl vor. Die Planungsnorm DIN 18015-1 sieht für Wohnungen aber eine Aufteilung auf mehrere FI vor, damit ein Fehler nicht alle Stromkreise abschaltet und sich Ableitströme nicht summieren.
Wie viele Stromkreise dürfen an einen FI-Schalter?
Eine feste Obergrenze gibt es nicht. Begrenzend sind der Bemessungsstrom des FI und die Ableitströme der Geräte; üblich sind etwa vier bis sechs Stromkreise je FI.
Schützt ein FI-Schalter gegen Kurzschluss und Überlast?
Nein. Dafür braucht jeder Stromkreis zusätzlich einen Leitungsschutzschalter, oder man setzt einen FI/LS-Schalter ein. Auch gegen Überspannung schützt der FI nicht – dafür gibt es Überspannungsschutz.
Warum löst der FI-Schalter ohne Grund aus?
Einen Grund gibt es fast immer: ein Gerät mit Isolationsfehler, Feuchtigkeit in Außensteckdosen oder Abzweigdosen, eine Verbindung zwischen Neutral- und Schutzleiter oder zu viele Geräte mit Ableitströmen an einem FI. Hilft das Ausstecken aller Geräte nicht, sollte eine Elektrofachkraft die Anlage messen.
Wie oft muss man den FI testen?
Hersteller empfehlen, die Prüftaste regelmäßig zu drücken, in Wohnungen meist halbjährlich. Der FI muss dabei sofort auslösen; tut er das nicht, muss er geprüft und getauscht werden.
Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind DIN VDE 0100-410, DIN VDE 0100-722 und die Herstellerangaben der angeschlossenen Geräte.