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Selektivität

Selektivität heißt: Bei Überlast oder Kurzschluss schaltet nur das Schutzgerät ab, das dem Fehler am nächsten liegt. Im Wohnhaus sorgen dafür der selektive Hauptleitungsschutzschalter (SLS) im Zählerschrank und richtig gestaffelte Sicherungen; bei FI-Schaltern ein zeitverzögerter Typ S.

Staffelung der Schutzgeräte

VorgeschaltetNachgeschaltetSelektiv, wenn …
Schmelzsicherung gGSchmelzsicherung gGBemessungsstrom vorgeschaltet mindestens 1,6-fach (z. B. 63 A vor 35 A)
SLS-SchalterLeitungsschutzschalterselektiv bis zum Kurzschlussstrom laut Hersteller; Standard im Zählerschrank
LeitungsschutzschalterLeitungsschutzschaltermeist nur bei Überlast selektiv, im Kurzschluss lösen oft beide aus; Herstellertabellen prüfen
NH- oder Neozed-SicherungLeitungsschutzschalterselektiv bis zu einem Grenzstrom laut Herstellertabelle
FI-Schalter Typ SFI-Schalter (unverzögert)Typ S ist zeitverzögert und mit höherem Bemessungsfehlerstrom (z. B. 100 mA oder 300 mA)

Geräte: SLS-Schalter, Leitungsschutzschalter, Sicherungen, FI-Schalter. Absicherung nach Querschnitt: Absicherung berechnen.

Häufige Fragen

Was bedeutet Selektivität in der Elektrotechnik?

Bei einem Fehler soll nur das Schutzgerät abschalten, das dem Fehler am nächsten liegt. Ein Kurzschluss in der Küche löst dann den Leitungsschutzschalter des Küchenstromkreises aus, nicht die Hauptsicherung – der Rest des Hauses bleibt versorgt.

Was ist ein selektiver Leitungsschutzschalter?

Der SLS-Schalter sitzt im Zählerschrank vor dem Zähler und ersetzt die frühere Hauptsicherung. Er lässt bei Kurzschlüssen im Stromkreis erst den nachgeschalteten Leitungsschutzschalter abschalten und schaltet erst danach selbst ab. Viele Netzbetreiber schreiben ihn in den TAB vor.

Sind zwei Leitungsschutzschalter hintereinander selektiv?

Bei Überlast meist ja, wenn der vorgeschaltete deutlich größer ist. Bei Kurzschluss lösen beide in Millisekunden magnetisch aus, Selektivität ist dann selten gegeben. Sicher sagen das nur die Selektivitätstabellen der Hersteller.

Wie erreicht man Selektivität bei FI-Schaltern?

Mit einem zeitverzögerten FI-Schalter Typ S und höherem Bemessungsfehlerstrom vor den normalen 30-mA-FI-Schaltern. Zwei gleiche FI-Schalter hintereinander sind nicht selektiv. Auswahl: FI-Schalter.

Warum ist Selektivität wichtig?

Sie begrenzt einen Stromausfall auf den fehlerhaften Stromkreis, erleichtert die Fehlersuche und ist bei Sicherheitsstromversorgungen vorgeschrieben. Im Wohnhaus verhindert sie, dass bei jedem Kurzschluss der Netzbetreiber kommen muss, weil die plombierte Hauptsicherung ausgelöst hat.