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Schutzklassen 1, 2 und 3

Schutzklasse 1 schützt über den Schutzleiter, Schutzklasse 2 über doppelte Isolierung und Schutzklasse 3 über Schutzkleinspannung bis 50 V. Die Schutzklasse sagt, wie ein Gerät vor elektrischem Schlag schützt, nicht wie dicht es ist – dafür gibt es die IP-Schutzart.

Symbole der Schutzklassen: I Erdungszeichen, II zwei Quadrate, III Raute mit römisch drei III Schutzklasse I Schutzklasse II Schutzklasse III Schutzleiter doppelt isoliert Kleinspannung

Schutzklassen-Tabelle

KlasseSchutzmaßnahmeSymbolAnschlussBeispiele
Schutzklasse 0nur Basisisolierung, kein Schutzleiterkein Symbol–in Deutschland nicht zulässig
Schutzklasse 1Basisisolierung und Schutzleiter am GehäuseErdungszeichenSchutzkontakt-Stecker, Schutzleiter grün-gelbWaschmaschine, Herd, Kühlschrank, Metallleuchten, Wallbox
Schutzklasse 2doppelte oder verstärkte Isolierung, kein Schutzleiterzwei Quadrate ineinanderEurostecker oder KonturensteckerFöhn, Ladegerät, Bohrmaschine, Fernseher
Schutzklasse 3Schutzkleinspannung (SELV/PELV) bis 50 V AC bzw. 120 V DCRaute mit IIISicherheitstransformator oder NetzteilLED-Strips 12/24 V, Halogen 12 V, Gartenleuchten mit Trafo

Schutzklasse 1: Schutzleiter

Leitfähige Gehäuseteile sind mit dem Schutzleiter (grün-gelb, siehe Kabelfarben) verbunden. Bei einem Körperschluss löst der FI-Schalter oder der Leitungsschutzschalter aus. Voraussetzung ist eine intakte Schutzleiterverbindung bis zur Haupterdungsschiene bzw. Potentialausgleichsschiene.

Schutzklasse 2: Schutzisolierung

Zusätzlich zur Basisisolierung trennt eine zweite Isolierung oder ein Kunststoffgehäuse den Nutzer von spannungsführenden Teilen. Ein Schutzleiter ist nicht vorgesehen; Verteiler und Zählerschränke aus Kunststoff sind häufig schutzisoliert.

Schutzklasse 3: Schutzkleinspannung

Die Spannung ist so niedrig, dass keine gefährliche Berührungsspannung entsteht (SELV/PELV, max. 50 V AC / 120 V DC). Die Versorgung muss über einen Sicherheitstransformator oder ein entsprechendes Netzteil erfolgen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Schutzklasse 1 und 2?

Schutzklasse 1 braucht einen Schutzleiter und einen Schutzkontakt-Stecker, Schutzklasse 2 ist doppelt isoliert und kommt ohne Schutzleiter aus, meist mit Eurostecker.

Was bedeutet Schutzklasse 1?

Das Gehäuse ist leitfähig und über den grün-gelben Schutzleiter geerdet. Bei einem Isolationsfehler fließt der Strom über den Schutzleiter ab und der FI-Schalter oder die Sicherung schaltet ab.

Was bedeutet Schutzklasse 2?

Das Gerät ist doppelt oder verstärkt isoliert. Ein Fehler kann das Gehäuse nicht unter Spannung setzen, deshalb braucht es keinen Schutzleiter. Erkennbar am Symbol mit zwei ineinanderliegenden Quadraten.

Muss Schutzklasse 2 geerdet werden?

Nein. Geräte der Schutzklasse II haben keinen Schutzleiteranschluss. Ist im Anschlusskabel trotzdem eine grün-gelbe Ader, wird sie isoliert und nicht angeklemmt.

Was bedeutet Schutzklasse 3?

Das Gerät läuft mit Schutzkleinspannung bis 50 V Wechsel- oder 120 V Gleichspannung aus einem Sicherheitstransformator. Eine gefährliche Berührungsspannung kann nicht entstehen.

Was ist der Unterschied zwischen Schutzklasse und IP-Schutzart?

Die Schutzklasse beschreibt den Schutz gegen elektrischen Schlag, die IP-Schutzart den Schutz des Gehäuses gegen Staub und Wasser. Eine Badleuchte kann z. B. Schutzklasse II und IP44 haben.

Welche Schutzklasse ist die beste?

Keine ist pauschal besser. Schutzklasse II und III kommen ohne Schutzleiter aus, Schutzklasse I ist bei Metallgehäusen und hohen Leistungen Standard.