Wallbox-Zuleitung: Kabel, Verlegung und Absicherung
Die Wallbox bekommt einen eigenen Stromkreis mit Leitungsschutzschalter, eigenem FI-Schutzschalter und einer fünfadrigen Zuleitung: NYM-J im Haus, NYY-J im Erdreich. Für 11 kW genügt meist 5x2,5 mm², für 22 kW 5x6 mm².
Welches Kabel für die Wallbox?
Im Gebäude wird eine Mantelleitung NYM-J verlegt, außen und im Erdreich ein Erdkabel NYY-J. Eine dreiphasige Wallbox mit 11 oder 22 kW braucht fünf Adern (L1, L2, L3, N, PE), eine einphasige 3,7-kW-Box drei. Flexible Leitungen wie H07RN-F sind nur für bewegliche Anschlüsse gedacht, nicht für die feste Zuleitung.
| Ladeleistung | Absicherung | Zuleitung |
|---|---|---|
| 3,7 kW einphasig | B16 | 3x2,5 mm² |
| 11 kW dreiphasig | B16 | 5x2,5 mm², ab ca. 60 m 5x4 mm² |
| 22 kW dreiphasig | B32 | 5x6 mm², ab ca. 70 m 5x10 mm² |
Richtwerte für Verlegung unter Putz und 3 % Spannungsfall. Andere Verlegearten und Längen berechnet der Wallbox-Rechner.
Kabel im Erdreich verlegen
Führt die Zuleitung durch den Garten zum Carport, kommt NYY-J zum Einsatz. Üblich ist eine Verlegetiefe von 60 cm, unter Zufahrten 80 cm. Ein Schutzrohr schützt vor Spaten und erleichtert einen späteren Tausch; etwa 30 cm über dem Kabel liegt ein Trassenwarnband. Das Leerrohr für Steuer- oder Netzwerkkabel kann im selben Graben liegen.
Steuerleitung und Netzwerkkabel
Seit 1. Januar 2024 müssen neue Wallboxen mit mehr als 4,2 kW steuerbar sein (§ 14a EnWG). Der Netzbetreiber darf die Leistung in Engpässen drosseln, dafür sinken die Netzentgelte. Die Steuerung läuft über eine Steuerbox oder das Smart-Meter-Gateway im Zählerschrank. Deshalb lohnt es sich, eine Steuerleitung oder ein Netzwerkkabel Cat.6/Cat.7 vom Zählerschrank zur Wallbox mitzuverlegen – oder zumindest ein Leerrohr.
Absicherung, FI-Schalter und Überspannungsschutz
Jeder Ladepunkt hat einen eigenen Leitungsschutzschalter und einen eigenen FI-Schutzschalter (DIN VDE 0100-722). Erkennt die Wallbox Gleichfehlerströme ab 6 mA selbst, genügt FI Typ A; sonst Typ B. Ein Überspannungsschutz gehört nach DIN VDE 0100-443 in den Zählerschrank; bei langen Leitungswegen ergänzt ein Ableiter Typ 2 an der Wallbox den Schutz.
Anmeldung beim Netzbetreiber
Wallboxen bis 12 kW sind anzumelden, über 12 kW genehmigungspflichtig. Anschließen darf nur ein Elektrobetrieb, der im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragen ist.
Häufige Fragen
Welches Kabel vom Sicherungskasten zur Wallbox?
Für eine 11-kW-Wallbox eine fünfadrige Leitung NYM-J 5x2,5 mm² bis etwa 60 m, darüber 5x4 oder 5x6 mm²; für 22 kW mindestens 5x6 mm². Im Erdreich NYY-J statt NYM-J. Den genauen Querschnitt liefert der Wallbox-Rechner.
Welches Kabel für eine 11-kW-Wallbox?
NYM-J 5x2,5 mm² mit 16-A-Absicherung bei kurzen Wegen, 5x4 mm² ab etwa 60 m. Wer später auf 22 kW wechseln will, verlegt gleich 5x6 mm².
Welches Kabel für eine 22-kW-Wallbox?
NYM-J oder NYY-J 5x6 mm² mit 32-A-Absicherung bis etwa 70 m, darüber 5x10 mm².
Wie tief muss ein Wallbox-Kabel verlegt werden?
Üblich sind 60 cm, unter befahrenen Flächen 80 cm. Das Erdkabel NYY-J liegt am besten in einem Schutzrohr in Sand; etwa 30 cm darüber kommt ein Trassenwarnband.
Muss ein Netzwerkkabel zur Wallbox verlegt werden?
Ein Netzwerkkabel ist nicht vorgeschrieben. Seit 2024 müssen neue Wallboxen über 4,2 kW aber vom Netzbetreiber steuerbar sein (§ 14a EnWG). Dafür wird meist eine Steuerleitung oder ein Netzwerkkabel Cat.6/Cat.7 vom Zählerschrank zur Wallbox gebraucht – am einfachsten gleich mit der Zuleitung oder als Leerrohr verlegen.
Ist eine Wallbox mit CEE-Stecker erlaubt?
Ja, wenn der Hersteller den Anschluss per CEE-Stecker vorsieht und die CEE-Steckdose einen eigenen Stromkreis mit passender Absicherung und FI-Schutzschalter hat. Die Anmeldung beim Netzbetreiber gilt trotzdem.
Ist ein Überspannungsschutz bei der Wallbox Pflicht?
In neuen Anlagen fordert DIN VDE 0100-443 einen Überspannungsschutz, meist als Kombiableiter Typ 1+2 im Zählerschrank. Liegt die Wallbox mehr als etwa 10 m davon entfernt, ist ein zusätzlicher Ableiter Typ 2 nahe der Wallbox empfehlenswert.
Braucht die Wallbox einen eigenen FI-Schutzschalter?
Ja, jeder Ladepunkt braucht einen eigenen FI-Schutzschalter. Typ A reicht, wenn die Wallbox Gleichfehlerströme ab 6 mA selbst erkennt und abschaltet – das ist bei den meisten aktuellen Modellen eingebaut. Sonst ist ein FI Typ B nötig.
Muss eine Wallbox angemeldet werden?
Ja. Wallboxen bis 12 kW sind beim Netzbetreiber anzumelden, Wallboxen über 12 kW (also 22 kW) brauchen vorab dessen Genehmigung. Die Anmeldung übernimmt in der Regel der Elektrobetrieb.